2009

 Politischer Runder Tisch der Frauen der Stadt Magdeburg

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Mehr als 5000 Fahnen gegen Gewalt an Frauen waren am 25.11.09 international zu sehen – auch Magdeburg machte mit!

25. November 10.00 bis 12.00 Uhr, Altes Rathaus, Franckesaal, Alter Markt 6
Fachgespräch des Arbeitskreises häusliche Gewalt und des Amtes für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg mit Vertreter/innen der Stadt-Fraktionen über bisherige und zukünftige Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt

25. November 15.00 Uhr, Landtag, Domplatz 5-6
Öffentliche Gedenkstunde anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Vorstellung des landesweiten Netzwerkes für ein Leben ohne Gewalt mit dem Präsidenten des Landtages Sachsen-Anhalt, dem Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt und der Landesinterventionsstelle bei häuslicher Gewalt und Stalking

25.11. 19.00 Uhr, Volksbad Buckau c/o Frauenzentrum Courage, Karl-Schmidt-Str. 56
"Nein zu Gewalt an Frauen" Informationsveranstaltung und Diskussion mit der Magdeburger Frauengruppe zur Geschichte des Tages, der Frauenbewegung, der Relevanz von Frauenhäusern, gängigen Schönheitsidealen und Zwangsprostitution

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Sprecherinnen gewählt

Seit dem 3. November 2009 hat der Politische Runde Tisch der Frauen Magdeburg ein einstimmig gewähltes Sprecherinnengremium:
Editha Beier
ehemalige Gleichstellstellungsbeauftragte der LH Magdeburg
Ilse Sloman
Seniorin, Bundesverein Frauen im Alter, Verein der Evangelischen Akademikerinnen Deutschlands
Ellen Rublow
Vorsitzende des jüdischen Frauenvereines Bereshith e.V.
Silke Kassebaum
Volksbad Buckau/Frauenzentrum Courage, Promoventin an der Otto-von-Guericke-Universität
Bärbel Höhne
Gleichstellungsbeauftragte des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt
Elfriede Jung
Verein "Der in der ehemaligen DDR geschiedenen Frauen"
Uta Luise Zimmermann-Krause
Freie Autorin, Journalistin, Unternehmerin
Elena Eisemann
Leiterin der Frauengruppe des Vereines "Meridian"
Petra Alm
engagierte arbeitssuchende Bürgerin der Stadt Magdeburg

Zum Thema Armutsentwicklung wurden diese Präsentationen am 3.11. vorgestellt:
weibl. Armutsentwicklung in Magdeburg (PowerPoint-Präsentation, 749 KB)
Armutsrisiken von Frauen (PowerPoint-Präsentation, 139 KB)

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Finanziellen Situation der Frauenprojekte im Land und in Magdeburg

Petition gegen die Kürzungen von Landesmitteln für Frauenprojekte im Haushalt 2010/2011 einsehen

Am 8. Oktober 2009 protestierten die Mitarbeiterinnen der Frauenprojekte des Landes, des Netzwerkes LIKO, des Politischen Runden Tisches der Frauen Magdeburg und des Mädchenarbeitskreises MD gegen die geplanten Kürzungen der Finanzierung der Frauenprojekte im Haushalt 2010/2011. Trotz des Dauerregens hielten die Frauen über zwei Stunden lang lautstark mit Trommeln, Pfeifen und Transparenten vor dem Landtag aus. Die ankommenden Landtagsabgeordneten - wie z.B. Herr Bullerjahn, erhielten alle persönlich ein druckfrisches Exemplar der Petition in die Hand. Einige Abgeordnete signalisierten ihre Unterstützung der Aktion und waren sehr positiv eingestellt dazu - andere ließen nicht einmal mit sich reden.

Am Nachmittag trafen sich um 16.00 Uhr dann achtundzwanzig Vertreterinnen des Frauennetzwerkes gegen Gewalt, der landesweiten Frauenprojekte und Beratungsstelle, des Politischen Runden Tisches der Frauen MD und der LAG Mädchenarbeit Sachsen-Anhalt im Landtag mit den Abgeordneten Lydia Hüskens (FDP), Eva von Angern (Linke), Gabriele Brakebusch (CDU) und Renate Schmidt (SPD) zu einem Fachgespräch.

Durch Manuela Knabe-Ostheeren, Koordinatorin der LIKO, wurden Listen mit 4.000 Unterschriften gegen die geplanten Kürzungen der Frauenarbeit aus dem gesamten Land an die vier Abgeordneten übergeben. Die Frauen des Runden Tisches Magdeburg und des Facharbeitskreises Mädchenarbeit diskutierten auch die Schwerpunkte der erarbeiteten Magdeburger Petition, die zusätzlich noch an den Petitionsausschuss des Landtages von Sachsen-Anhalt geschickt wurde und dort zur Bearbeitung vorliegt.
Zur Zeit sind noch Kürzungen im Bereich der Frauenhäuser in Höhe von 200.000 Euro angekündigt und zu klären ist auch noch, wie die Finanzierung der Arbeit des Kompetenzzentrums für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendarbeit Sachsen-Anhalt weitergehen wird. Die Haushaltsbeschlüsse werden nicht vor Januar 2010 erwartet - was für die Träger eine schwierige finanzielle Situation darstellt. Zum Abschluss nahmen noch einige Frauen als Gäste an der Landtagssitzung teil und waren sehr überrascht über die Diskussionskultur in diesem doch so wichtigen politischen Gremium.
Text und Fotos: Heike Ponitka


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Editha von Wessex
die 'heilige' Königin in Magdeburg

Königin Editha-Fest am 26. September 2009
im Kulturhistorischem Museum


Begrüßung:
Heike Ponitka, Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg Andreas Bremer, Gesellschaft für Mitteldeutsche Kultur e.V.

Grußwort
Prof. Dr. Matthias Puhle, Direktor der Magdeburger Museen

Musikalische Kompositionen/Editha-Hymne Welturaufführung Dobrin Stanislawow, Violine

Vortrag „Königskrönung in der Pfalzkapelle zu Aachen“ Uta Luise Zimmermann-Krause, Freie Autorin

Szenischer Dialog „Königin Editha und Kaiserin Adelheid – eine fiktive Begegnung“ Darstellerinnen: Friederike Brüheim, Cecile Guyomard, Text/Regie: Bernd Götz/Gisela Begrich Gesang: Dorrit Koebcke-Friedrich

Führung in historischen Kostümen zum Bleisarg der Königin Editha in der Landesausstellung "Aufbruch in die Gotik" durch Mitglieder der Gesellschaft für Mitteldeutsche Kultur e.V.



Fotos: Birgit Uebe


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20 Jahre Frauenpolitik - Rückblick und Ausblick im Jahr 2009 und Verabschiedung von Frau Editha Beier als Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg

Seit 1990 setzen sich die Mitarbeiterinnen des Amtes und im besonderen Maße die Leiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt für die Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern und deren Gleichberechtigung in Magdeburg ein.

Zu den Schwerpunkten der Arbeit auf kommunaler und Landesebene zählten dabei:
-  der Auf- und Ausbau der Strukturen zur Frauenförderung und Gleichstellung,
-  das Sichtbarmachen der gesetzlichen Zusammenhänge zur Emanzipation der Frauen,
-  die Vernetzung von Projekten in der Stadtverwaltung und darüber hinaus
-  die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer.

Auch über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bezog Editha Beier Position und engagierte sich in verschiedenen Gremien. So war sie unter anderem:
-  viele Jahre Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in
   Sachsen-Anhalt,
-  Bundessprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten in Deutschland,
-  seit 1990 Sprecherin der Frauenkommission des Deutschen Städtetages und des Frauen- und
   Gleichstellungsausschusses des Deutschen Städtetages und
-  Mitglied im Beirat der Frauenbeauftragten der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. ...weiter unter den Fotos

Fotos: Birgit Uebe


Das Informieren über die UN-Konvention gegen jede Diskriminierung der Frauen als Internationales Recht war Magdeburgs Gleichstellungsbeauftragter immer ein besonderes Anliegen. Darüber hinaus engagierte sie sich insbesondere für.
-  die Unterstützung von Projekten gegen Gewalt an Frauen und die Initiierung der Beratungsstelle Pro Mann des Deutschen Familienverbandes,
-  die Förderung von Frauen mit Behinderungen und Migrantinnen,
-  die Unterstützung von Projekten für Existenzgründerinnen und die Zusammenarbeit mit Netzwerken und Agenturen,
-  die Schaffung einer Einrichtung für obdachlose Frauen und Familien.

"Dem ganz besonderen Engagement Editha Beiers ist es zu verdanken, dass die Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Institutionen der Stadt verstärkt und neue Kooperationen aufgebaut wurden", würdigte Bürgermeister Dr. Koch die scheidende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. "Darüber hinaus entstanden unter ihrer Leitung neue Formen der Frauenförderung"

Besonders am Herzen lag Editha Beier die Geschichte der Frauen und der Emanzipation und dem Sichtbarmachen ihrer Wurzeln. In von ihr initiierten Projekten entstanden z.B. die Broschüre "Die feministische Stadtführerin" und zwei "Frauenorte" - eine Gedenktafel für die Begine Mechthild von Magdeburg und eine zweite für die erste Gemahlin Otto des Großen, Königin Editha, und die Kaiserinnen Adelheid und Theophanu. Auch die beiden Broschüren über die Magdeburger Trümmerfrauen und ihr Engagement für die Stadt, die durch das Projekt "Trümmerfrauen gesucht" entstanden, sind kostbare Schätze zur Stadtgeschichte.

Hintergrund
Editha Beier wurde 1944 in Magdeburg geboren. Sie hat zwei Söhne. Bereits vor 1990 engagierte sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, u.a. in der Erwachsenbildung in der Katholischen Kirche, in der Gruppe "Frauen für den Frieden", der Fraueninitiative Magdeburg e.V. und im Unabhängigen Frauenverband (UFV). 1989/1990 vertrat sie den UFV am Runden Tisch der Stadt Magdeburg. Seit August 1990 war sie Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg und Leiterin des Amtes für Gleichstellung.

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Mädchenarbeit doppelt betroffen von geplanten Kürzungen im Sozialbereich

Die Fachfrauen des Mädchenarbeitskreises der Stadt Magdeburg sind entsetzt über die von Minister Bullerjahn vorgeschlagenen Finanzkürzungen, besonders in den Bereichen Frauenförderung / Beratungsstellenangebote und dem Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienförderung in einer Gesamthöhe von über 11 Millionen EURO bis zum Jahr 2011.

Das wäre aus Sicht der Fachfrauen das Aus für die Fachberatungsstellen z.B. bei Wildwasser sowie der Frauenhäuser und Intervenstionsprojekte gegen Gewalt. Besonders für die Angebote in den Mädchen- und Frauenzentren und in den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen im Land würden die Mittelkürzungen verheerende Folgen haben. Wenn in den Frauenzentren und Jugendclubs oft nur noch eine Mitarbeiterin Angebote für Mädchen vorhalten kann und diese noch weg brechen, sind dann zwar Räume vorhanden - aber nicht mehr die Mitarbeiterinnen dazu.

Dann ist nicht gekürzt - sondern rigoros gestrichen worden, was in den letzten 20 Jahren an Mädchen- und Frauenprojekten aufgebaut wurde. Durch die demografische Entwicklung und den Rückgang der Anzahl der Kinder und Jugendlichen ist sowieso schon gespart worden.

Wenn Präventionsmaßnahmen und Angebote bei häuslicher Gewalt, im Suchtpräventionsbereich und bei den Beratungsstellen wegbrechen, werden die sozialen Folgekosten in den nächsten Jahren weit höher sein als die Kürzungen.

"Zur Zeit werben wir mit dem Girls-Day z.B. die Mädchen dafür, in Sachsen-Anhalt zu bleiben und hier eine Berufsausbildung zu absolvieren und wenn möglich, auch hier zu arbeiten - bei einem so massivem Wegbrechen von Projekten und Beratungsangeboten werden noch mehr gut ausgebildete junge Frauen Sachsen-Anhalt verlassen.
Und es werden dann zukünftig auch die gesuchten Fachkräfte in der Wirtschaft und die jungen Familien fehlen, die wir dringend in diesem Land brauchen.
Einseitig auf Kosten von Frauen und Mädchen zu sparen ist auch in Zeiten von Finanznöten unsolidarisch und nicht gesetzlich, denn im Artikel 34 der Landesverfassung LSA steht, dass das Land und die Kommunen verpflichtet sind, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bereichen zu fördern und geeignete Maßnahmen dafür vorzuhalten sind. Auch der § 9 SGB VIII schreibt vor, dass die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen wahrzunehmen und Benachteiligungen abzubauen sind.

Die veröffentlichen Kürzungsvorschläge lassen den Schluss zu, dass über langfristige Folgen zur Zeit nicht nachgedacht wird.
Der Vorschlag der Fachfrauen für Mädchenarbeit ist, auf Landesebene gemeinsam mit den Trägern, Projekten, Politiker/innen und Ministerien über Alternativen nachzudenken.

Heike Ponitka
Koordinatorin des Facharbeitskreises "Mädchenarbeit in Magdeburg"


:: Argumentationspapier zu den Kürzungsplänen des Finanzministers von LIKO und Landesfrauenrat


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Stadtrats- und Europawahl in Magdeburg

Am 7. Juni entschieden die Bürgerinnen und Bürger nun, wer in den Stadtrat einzieht.
Wir gratulieren allen zukünftigen Stadträten aber natürlich besonders den 12 Frauen, die es geschafft haben.

SPD
  • Beate Wübbenhorst,
  • Andrea Hofmann,
  • Ursula Biedermann und
  • Steffi Meyer

  • Linke
  • Karin Meinecke,
  • Regina Frömert,
  • Dr. Rosemarie Hein,
  • Edeltraud Rogee und
  • Monika Zimmer

  • FDP
  • Carola Schumann

  • CDU
  • Uta Siedentopf und
  • Claudia Szydzick

  • Gemäß dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wurden am 7. Juni 2009 folgende Männer und Frauen in den neuen Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg gewählt: Liste.

    Die konstituierende Sitzung des neu gewählten Stadtrates findet am 2. Juli 2009 um 14.00 Uhr im Otto-von-Guericke-Saal des Alten Rathauses statt.

    Entwicklung der Sitzverteilungen nach Geschlecht:

    Stadtratswahl 2004 2009
    Frauen 8 Sitze, 14 Prozent 12 Sitze, 21 Prozent
    Männer 48 Sitze, 86 Prozent 44 Sitze, 79 Prozent


    Die ausführlichen Kommunal- und Europawahlergebnisse können unter www.magdeburg.de sehr datailliert eingesehen werden.

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    Forum mit Kandidatinnen

    Am 12. Mai stellten sich viele Kandidatinnen für den Stadtrat bei einer Veranstaltung des Politischen Runden Tisches der Frauen in der Feuerwache den Fragen der Fachfrauen. Es ging um Themen wie der Situation in den Kitas, der zukünftigen Finanzierung von Frauenprojekten, dem öffentlichen Nahverkehr und der Armutsentwicklung in Magdeburg.


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    Gedenkveranstaltung am 9. Juni 2009

    Auch in diesem Jahr haben die Frauen vom Politischen Runden Tisch Magdeburg am 09.06.2009 der Errichtung eines KZ-Außenlagers (des KZ Buchenwald und des Frauen-KZ Ravensbrück) durch die Rüstungswerke der Polte AG Magdeburg in der Liebknechtstraße (ehemalige Poltestraße 65-91) und der dort ermordeten Frauen gedacht.
    Die Frauen legten ein Gebinde und Blumen nieder und lasen Gedichte vor. Frauke Sonnenburg trug ein Sinti und Roma Lied vor und Moses Scherman spielte jüdische Musikstücke auf der Violine.
    Pater Boris von der russisch-orthodoxen Gemeinde und der Gemeinderabbiner Ariel Lototzki sprachen Gebete zur Erinnerung an die damals hier inhaftierten Männer und Frauen."

    Ingeborg Bachmann
    Was wahr ist

    Was wahr ist, streut nicht Sand in deine Augen,
    was wahr ist, bitten Schlaf und Tod dir ab
    als eingefleischt, von jedem Schmerz beraten,
    was wahr ist, rückt den Stein von deinem Grab.

    Was wahr ist, so entsunken, so verwaschen
    in Keim und Blatt, im faulen Zungenbett
    ein Jahr und noch ein Jahr und alle Jahre -
    was wahr ist, schafft nicht Zeit, es macht sie wett.

    Was wahr ist, zieht der Erde einen Scheitel,
    kämmt Traum und Kranz und die Bestellung aus,
    es schwillt sein Kamm und voll gerauften Früchten
    schlägt es in dich und trinkt dich gänzlich aus.

    Was wahr ist, unterbleibt nicht bis zum Raubzug,
    bei dem es dir vielleicht ums Ganze geht.
    Du bist sein Raub beim Aufbruch deiner Wunden;
    nichts überfällt dich, was dich nicht verrät.

    Es kommt der Mond mit den vergällten Krügen.
    So trink dein Maß. Es sinkt die bittre Nacht.
    Der Abschaum flockt den Tauben ins Gefieder,
    wird nicht ein Zweig in Sicherheit gebracht.

    Du haftest in der Welt, beschwert von Ketten,
    doch treibt, was wahr ist, Sprünge in die Wand.
    Du wachst und siehst im Dunkeln nach dem Rechten,
    dem unbekannten Ausgang zugewandt.

    Editha Beier, Gleichstellungsbeauftragte der LH Magdeburg eröffnet die Veranstaltung Frauen des Politischen Runden Tisches Magdeburg Blumen zur Erinnerung an die inhaftierten Frauen und Männer im KZ
    Pater Boris von der russisch-orthodoxen Gemeinde Gebinde zum Gedenken an die ermordeten Frauen im KZ Gemeinderabbiner Ariel Lototzki


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    FRAUEN MACHT KOMMUNE

    In einer gemeinsamen Aktion von Magdeburger Frauenprojekten, kommunalpolitisch engagierten Gruppen, den Parteien der Stadt, dem Gleichstellungsamt, einem Kampagnen-Komitee und der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft e.V. fand am 21. April 2009 im Alten Rathaus die Aktion FRAUEN MACHT KOMMUNE statt.

    Magdeburg ist die 15. Stadt, die sich an dieser Aktion, die von Ursula von der Leyen und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im November 2008 begonnen wurde, beteiligte.

    Der Oberbürgermeister von Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass 60 Jahre vergangen sind, seit die Mütter des Grundgesetzes erfolgreich für die Aufnahme von Artikel 3 in die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland kämpften. Seit 1949 heißt es: "Frauen und Männer sind gleichberechtigt."

    Editha Beier, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, machte in ihrer Rede darauf aufmerksam, das zwar der Anteil weiblicher Abgeordneter im Deutschen Bundestag noch nie so hoch wie in den letzten beiden Legislaturperioden war, doch dieses Bild sich auf der Landes- und der Kommunalebene sehr verändert zu ungunsten der Frauen. Damit es nicht zu einem Stillstand weiblicher Beteiligung kommt, ist es aus ihrer Sicht erforderlich, mit neuem Schwung auf Landes- und besonders der Kommunalen Ebene die politische Beteiligung von Frauen dauerhaft abzusichern, zu stärken, das Engagement von Frauen neu wahrzunehmen und wert zu schätzen, das heißt, sich mehr für Frauen in der Politik zu interessieren und nicht nur vor, sondern auch nach der Wahl. Eva Wybrands vom Kampagnen-Komitee sagte, dass Frauen durch Aktionen wie in Magdeburg ermutigt werden zu kandidieren, um dafür Sorge zu tragen, eine lebendige, aktive Zivilgesellschaft als Basis einer funktionierenden Demokratie zu stabilisieren und zu erhalten.

    Die Initiatorinnen der Kampagne, die Kommunalpolitikerinnen der Stadt, Frauen des Politischen Runden Tisches Magdeburg, die ehernamtlich tätigen Frauen und Vertreterinnen von Organisationen und Vereinen wurden dann eingeladen, auf einem roten Teppich, der in jeder teilnehmenden Stadt weitergeführt wird, zu unterschreiben. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister luden die Gleichstellungsbeauftragte und die Kampagnevertreterin die über 100 anwesenden Frauen anschließend symbolisch auf dem Roten Teppich in das Magdeburger Rathaus ein und ermutigten diese, sich kommunalpolitisch zu engagieren und sich in der Politik aktiv zu beteiligen.

    Auf dem Innenhof des Rathauses war dann noch Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Netzwerkarbeit zu betreiben. weiter unter den Fotos

    Fotos: Birgit Uebe


    Der Workshop für Multiplikatorinnen fand von 16.30 bis 19.30 Uhr mit 18 Frauen und den Kursleiterinnen Frau Möller und Frau Jäger von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e.V. im Alten Rathaus statt.

    In diesem Workshop wurde darüber diskutiert, wie nachhaltige Aktivitäten zur Gewinnung von Frauen für die Kommunalpolitik anzuregen, zu planen und zu vernetzen sind und konkrete Vorschläge zur weiteren Arbeit gemacht. Teilnehmerinnen waren: Interessierte aus zivilgesellschaftlichen Organisationen der Kommune, Vertreter/innen der Parteien und Wählergemeinschaften, Mitarbeiterinnen des Gleichstellungsamtes der Landeshauptstadt Magdeburg und Vertreterinnen des Kampagnen-Komitees.

    Ein konkreter Termin für ein weiteres Treffen zum Thema FRAUEN MACHT KOMMUNE ist z.B. der 12.05.2009 von 16.00 bis 18.00 Uhr im Alten Rathaus, Hansesaal, zur Diskussion über frauen- und gleichstellungspolitischen Schwerpunkte mit den Kandidatinnen / Kandidaten zur Kommunalwahl.

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    Am 14. April beschlossen die Frauen des Politischen Runden Tisches Magdeburg die hier aufgeführten Wahlprüfsteine für die Kommunalwahl im Juni 2009:
    mehr

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    "Frauen sagen was ist..."
    Anhörung zur weiblichen Armutsentwicklung in Magdeburg

    Über 60 Frauen nahmen am 10. März 2009 an der gemeinsamen Anhörung zum Thema Armut in Magdeburg im Großen Ratssaal im Alten Rathaus teil. Es waren interessierte Bürgerinnen, Projektmitarbeiterinnen, Verwaltungsfrauen, Frauen aus Migrationsvereinen oder dem Netzwerk DDR geschiedener Frauen und von Hartz IV Regelungen selbst Betroffene an diesem Tag gekommen. Frau Dr. Sabine Dutschko, Leiterin der Regionalstelle Magdeburg des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt und Frau Editha Beier, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg stellten die Situation von vielen Frauen in der Stadt in Zahlen Daten und Fakten vor. Sie zeigten Möglichkeiten und Grenzen der bisherigen Beschlüsse und Diskussionen auf und ermutigten die Anwesenden dazu, ihre Forderungen zu benennen.

    In vier Foren teilten die Magdeburger Frauen ihre Erfahrungen im Umgang mit der Armut und ihre Vorstellung über notwendige Veränderungen mit, die im Großen Ratssaal von den Moderatorinnen an einer symbolischen Mauer angebracht wurden:
    Gesprächsforum "Mütter in der Armutsfalle" Moderation: Heike Ponitka, Mitarbeiterin im Amt für Gleichstellungsfragen und Koordinatorin des Mädchenarbeitskreises Magdeburg

    Gesprächsforum "Arm trotz Ausbildung" Moderation: Manuela Knabe-Ostheeren, Koordinatorin des Projektes Landesintervention- und Koordination bei häuslicher Gewalt und Stalkin

    Gesprächsforum "Arm mit und ohne Arbeit" Moderation: Gabriele Haberland, Koordinatorin des Landesprojektes zur Beratung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen

    Gesprächsforum "Armut im Alter" Moderation: Editha Beier, Gleichstellungsbeauftragte der LH MD

    Frau Andrea Dingens begleitete die Pausen mit professioneller Gitarrenmusik, was den Frauen bei einem kleinen Imbiss einfach gut tat - da alle von den umfangreichen Diskussionen auch etwas Kraft tanken mussten.

    Veranstaltung: DER PARITÄTische Sachsen-Anhalt/ Regionalbüro Magdeburg und Amt für Gleichstellungsfragen der LH Magdeburg
    Fotos: Birgit Uebe
    "Mütter in der Armutsfalle", "Arm trotz Ausbildung", "Arm mit und ohne Arbeit", "Armut im Alter"


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    Frauentagsbrunch im Cafe Amsterdam am 8. März
    zum Internationalen Frauentag 2009

    über Zwanzig Frauen waren gekommen. Ein Teil der Frauen des Politischen Runden Tisches der Landeshauptstadt Magdeburg war an diesem Tag nach Leipzig zu einem Treffen der bundesweiten Gruppen der ehemaligen DDR geschiedenen Frauen gereist. Sie engagierten sich dort für die Einforderung der Rechte dieser Frauen.






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    Vorstellung des CEDAW- Alternativberichtes

    Am Mittwoch, 25. Februar 2009, fand von 10.30 bis 12.00 Uhr im Frauenzentrum Courage/Volksbad Buckau die Vorstellung des CEDAW- Alternativberichtes zum 6. Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der Gleichstellungspolitik mit der Referentin Frau Marion Böker, Delegationsleiterin der NGO- Delegation zur UN nach Genf und New York, statt.

    Eingeladen hatten zu diesem Thema das Amtes für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg, der Mädchenarbeitskreis der Stadt und die Fachgruppe Frauen -und Gleichstellungspolitik von Bündnis 90/ Grüne. Mit viel Engagement stellte Frau Böker erst einmal die Ziele des Abkommens zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau vor und ermutigte die Anwesenden, sich umfangreich darüber zu informieren und eine breite Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Internationalen Beschluss zu leisten. Sie schilderte die Vorstellung des Alternativberichtes in Genf und lud die Frauen dazu ein, sich einmal vor Ort den UN Ausschuss und dessen Arbeit anzusehen. Besonders die Situation von Frauen, die Nichtleistungsbezieherinnen sind, der Bereich der Gewalt gegen Frauen und die Situation der ehemaligen DDR geschiedenen Frauen, die durch Frau Kirchner vertreten wurden, spielten in der Diskussion eine große Rolle. Frau Ponitka vom Gleichstellungsamt moderierte die Veranstaltung und bedankte sich im Namen der anwesenden Frauen für das Kommen der Referentin und die engagierte Frauenarbeit.
    Fotos: Maria Nitschke


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    Meile der Demokratie

    Am 17. Januar 2009 fand auf dem Breiten Weg - vom Hasselbachplatz bis zum Theater, die Magdeburger Meile für Demokratie statt. Auch die Frauen des Politischen Runden Tisches Magdeburg beteiligten sich mit einem Stand und einem großen Spruchband für Frieden und Toleranz, Achtung der Menschlichkeit und gegen rechte Gewalt und Ideologie.
    Gemeinsam mit den jungen Frauen vom Frauenzentrum Courage, die auch einen Stand aufgebaut hatten, wurden die Friedensgedichte der Frauen vom Runden Tisch verteilt, auf unser Anliegen aufmerksam gemacht und am Rathaus eine "Bannmeile gegen Rechts" mit den bunten Tüchern der Wendezeit geschlossen.
    Vielen Dank an alle, die vorbereiten halfen, an der Meile teilnehmen konnten und Texte schickten und sogar dichteten.


    Gedichte gegen rechts

    Tag der Erinnerung - 16. Januar 1945
    von Elfriede Jung, Politischer Runder Tisch der Frauen Magdeburg

    Ein Leben in Freiheit und ohne Gewalt
    Ist ein Leben in Frieden ohne Tränen
    ohne Trauer
    ohne bröckelnde Mauern.

    So lange war in Deutschland noch nie Frieden.
    Deshalb galt es, diesen zu behüten.
    Wir Menschen auf dieser Welt
    Wollen, das das noch lange hält.

    Wir haben erlebt Not, Armut und wie die Erde erbebte
    Die Menschen ziterten vor Angst, vor Bomben, vor Hunger
    vor Kälte...
    Und das Land in Chaos zerschellte.

    Das darf nie wieder sein, drum- ihr Menschen- reiht euch ein bei uns.
    Wir wollen keine rechten Aufmärsche in Land und Stadt.
    Wir wollen ein langes Friedensband -
    keine Ausländerfeindlichkeit -
    sondern ein Miteinander für alle Zeit.


    Lied des Flüchtlings
    von Uta Luise Zimmermann-Krause, freie Autorin, Journalistin, Politischer Runder Tisch der Frauen Magdeburg

    ... wenn Krieg ist in meiner Heimat
    und wenn Gewalt meine Hoffnung zerstört,
    wenn mir Herz und Seele bluten,
    und wenn es ein Abschied für immer ist,
    dann nehm ich mich und geh.
    Wenn ich woanders
    ein neues Zuhause finde,
    bleibe ich für immer in der Fremde.
    Ich treffe wieder Menschen
    die meine Freunde werden und
    wenn wir zusammen sind,
    unsere Geschichten erzählen
    dann ... ja, dann wird mir das Herze weit und
    ich fühle - ich bin zu Haus.

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